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(W)einblicke #6: Geheimtipp Südburgenland

Juni 17, 2011 News, Weinblicke No Comments
Winzer Franz Wachter

Neusiedlersee und Burgenländerwitze – so lauten wohl die ersten Assoziationen, die viele (der Wiener) in Bezug auf das südöstliche Bundesland Burgenland haben. Auch der önologische Horizont endet oftmals im Gebiet rund um den Neusiedlersee mit den zahlreichen dort ansässigen namhaften Spitzenwinzern. Das Südburgenland hingegen bleibt oftmals jedoch unter der Wahrnehmungsschwelle touristischer und weingetriebener Ambitionen.

Zu Unrecht. Zum einen handelt es sich um einen herrlich ruhigen, um nicht zu sagen verlassenen, Flecken Ostösterreichs. Das mag für viele abschreckend wirken, all jene, die jedoch einen Ort der Entschleunigung und Entspannung suchen, werden hier fündig. So kann man sich in eines der wunderhübschen, direkt in den Weinhängen gelegenen Kellerstöckel einmieten, die beispielsweise vom Schauspieler und Winzer Martin Weinek und seiner Frau Eva liebevoll renoviert und für günstiges Geld wohnbar gemacht wurden (http://www.weinek-wein.at).

Weinmäßig befindet man sich in der Uhudler-Gegend. Benannt nach dem stark säurebetonten, hellroten Wein aus Reblaus-resistenten US-Trauben, der sehr intensiv an Walderdbeeren erinnert. War der Uhudler lange Zeit verboten und als verrücktmachend verschrien, wird er heute in oft gar nicht übler Qualität produziert und taugt ganz gut als erfrischender Sommerwein oder in Form von Frizzante als Aperitif.

Doch das Südburgenland hat auch richtigen Wein. Und was für einen. Und dazu noch recht günstig. Denn diese Weingegend verfügt mit dem Eisenberg über eine tolle Blaufränkisch-Region, die seit kurzem auch standardisierte Qualitätsstufen in Eisenberg DAC und Eisenberg DAC Reserve hervorbringt. Gekennzeichnet sind die dortigen Kreszenzen von einer besonders mineralischen Würze, die einen sehr sorten-, aber auch regionaltypischen Blaufränkischen darstellen.

Ausgeschenkt werden die Weine sehr oft in urgemütlichen Buschenschanken, die durchwegs gute Qualität bieten. So auch beim Weingut Wachter-Wiesler in Deutsch-Schützen (http://www.wachter-wiesler.at) . Hier kann man auch schon mal in die glückliche Lage geraten, vom Franz Wachter und seinem Sohn Christoph (der schon seinen eigenen Wein keltert) persönlich durch den Keller geführt zu werden und Fassproben oder beeindruckende reifere Jahrgänge verkosten zu dürfen. Regionaltypisch findet sich im dortigen Weinsortiment der Blaufränkische gleich in vier Qualitätsstufen, wobei der „Pfarrweingarten“ als sehr schöner Vertreter seiner Art hervorgehoben werden soll. Dass das Südburgenland auch noch anderes bieten kann, beweist Wachter-Wiesler mit seiner Cuvée „Julia“, mit der man leicht unter Weinkennern Eindruck schinden kann (wohl kaum jemand würde diesen Tropfen dem Südburgenland zuschreiben).

Insgesamt also eine überaus erholsame Gegend, mit freundlichen Leuten und guten Weinen. Was braucht man da schon mehr?

Weihnachtliche Weinblicke (#5): Wein, Wein, nur Du allein

Dezember 15, 2010 News, Weinblicke No Comments
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Wein und alles was dazu gehört ist genial. Zum einen mal ganz grundsätzlich, speziell aber auch als Geschenk. Und das vor allem zur Weihnachtszeit, denn immerhin hat ja bekannterweise auch Jesus sehr erfolgreiche önologische Experimente durchgeführt.

Will man jemanden mit Wein beschenken, der sich ein wenig damit auskennt, gibt es fünf Möglichkeiten: … weiterlesen

Weinblicke #4: Sola Scriptura

August 26, 2010 Weinblicke No Comments
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Sola Scriptura – Mit diesem lateinischen Spruch – sinngemäß auf Deutsch: Es zählt nur die Schrift – betonte Luther die alleinige Gültigkeit der Bibel als Quelle religiöser Erkenntnis. Viele Weintrinker und selbsternannte Experten sprechen so manchem Buch irgendeines Weingurus ähnliche Deutungsmacht zu. Bei der Vielzahl an Publikationen rund um das Thema Wein ist leicht der Überblick zu verlieren und schwierig zu erkennen, welche Bücher tatsächlich fundierte und brauchbare Informationen bieten. Deshalb bietet der Lokalaugenschein hier eine kleine Auswahl an Wein-Lektüre, die selbstverständlich sehr subjektiv ist und keinesfalls bedeuten soll, dass andere Bücher zwingend schlecht sind. … weiterlesen

(W)einblicke #3: Dem lieben Augustin würd’s gefallen

Juli 2, 2010 Weinblicke No Comments
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Als sich während der Wiener Pestepidemie im 17. Jahrhundert der liebe Augustin derart voll laufen ließ, dass er unbeschadet eine Nacht in einer Pestgrube neben – zwar nüchternen, dafür toten – Mitbürgern verbringen konnte, war noch nicht absehbar, wohin sich der Wiener Wein hin entwickeln würde.

Direkt im Hof des Wiener Rathauses, Sitz des weltweit einzigen Bürgermeisters einer Hauptstadt, mit nennenswerten Weinanbauflächen, konnte man in den vergangenen Tagen das Ergebnis dieser langen Symbiose zwischen Wien und Wein verkosten. Und es ist gut. Ein paar Weine und Winzer mögen hier vor den Vorhang geholt werden:

Das Weingut Hofer aus Mauer macht heuer gleich doppelt Freude: einmal mit dem sehr vielschichtigen und fruchtigen Gemischten Satz Kadolzberg und einmal mit dem Cabernet Sauvignon Reserve 2007, bei dem einem die Schwarzen Johannisbeeren nur so entgegenspringen.

Wer wie der Autor Traminer schätzt, kann empfohlener Weise zum Traminer 2008 vom Weinbau Distl in Rodaun oder zum kräftigeren Vertreter aus 2009 vom Fuhrgassl-Huber aus Neustift am Walde greifen. Vom Distl ist auch der kräftige Rotgipfler 2006 hervorzuheben, der sich vor den g´standenen Vertretern aus der Thermenregion nicht zu verstecken braucht.

Wenig überraschend präsentierte Fritz Wieninger auch heuer wieder zwei sensationelle Weine: völlig zu Recht wird sein Chardonnay Grand Select Jahr für Jahr zu den besten Weinen Österreichs gezählt. So auch der 2007er, der aus der Hundertschaft der präsentierten Wiener Weine in einer eigenen Liga spielt. Ein besonderes Vergnügen ist auch sein Pinot Noir Grand Select 2007, der erst im Herbst auf den Markt kommt. Eleganz und Frucht zeigen deutlich, in welchen Höhen sich dieser Wein in ein paar Jahren befinden wird.

Alle Infos zum Wiener Weinpreis gibt es unter www.weinpreis.at

Nach so viel Lob, sein auch ein wenig Kritik gestattet: Was das Preisniveau betrifft scheint teilweise das Augenmaß ein wenig zu verrutschen, sodass der eine oder andere Preis recht hoch erscheint. Aber hier kann man ja als Konsument ein klares Machtwort sprechen.

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(W)einblicke #2: Eine glasklare Entscheidung

Juni 23, 2010 News, Weinblicke No Comments
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Der Kult ums Weinglas ist enorm und teuer. Wer hat sie noch nicht erlebt, diese hochnäsigen Weinsnobs, die zu jedem Wein ein eigenes, speziell geformtes und natürlich mundgeblasenes Prachtwerk aus Glas präsentieren, sodass man schon nicht mehr sicher ist, ob der Wein oder das Glas im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Ebenso bekannt ist das andere Extrem, wenn Wein durch die Verwendung dieser kleinen hässlichen Achtelgläser zum bloßen Promille-Transporteur degradiert wird.

Nun soll jeder machen wie er meint. Eines ist jedoch klar: Die Form und Qualität des Glases beeinflusst das Geschmackserlebnis des Weines – über das Ausmaß kann man diskutieren. Im Kern geht es bei der Glasform um die Fragen, wie viel Luft an den Wein gerät und somit den Wein dadurch – im Idealfall positiv – verändert und wie sehr das Bukett des Weins (so nennt man auf weinisch den Geruch) gefördert wird.

Jüngere, schlankere, meistens Weißweine serviert man eher in kleineren Gläsern, damit sich Frucht und Aroma nicht verflüchtigen, schwerere, meistens Rotweine, in eher größeren, da sich diese unter dem Einfluss von Luft tendenziell positiv entwickeln. Tatsächlich hängt die Wahl des richtigen Glases aber weniger von der Farbe des Weins ab, als davon wie viel er zu bieten hat. So werde ich je kräftiger, dichter und komplexer ein Wein ist, eher zu einem größeren Glas greifen, um die volle Entfaltung aller Finessen zu ermöglichen – das trifft aber eben genau so auf einen kräftigen, barrique-ausgebauten Chardonnday zu, wie auf einen Bordeaux.

Ein paar technische Grundvoraussetzungen sollte der Weinglasbestand eines vinophilen Haushalts schon aufweisen: Das Glas sollte klar sein, um einen ungetrübten Blick auf den Wein zu ermöglichen, es sollte einen Stiel haben, damit sich der Wein durch die Hand nicht zu schnell erwärmt und genügend Fassungsvermögen haben, um immer die optimale Menge einfüllen zu können.

Aus meiner Sicht reichen zwei Glasarten: ein klassisches Weißwein- und ein klassisches Rotweinglas. Darüber hinaus noch eines für Sekt – wer´s gerne sprudelig hat. Alles darüber hinaus ist für den normalen Weinkonsumenten, was den Wein an sich betrifft, wohl übertrieben, ohne den großen ästhetischen Aspekt schöner Weingläser leugnen zu wollen.

(W)einblicke #1: Lasst sie am Leben! Zumindest für ein paar Jahre

Juni 15, 2010 News, Weinblicke No Comments
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Kindsmord ist verboten. Wohl völlig zu Recht. Nur perverse Geister würden hier eine andere Position vertreten. Gewährt man Rotweinen noch eher ein paar Jahre Gnadenfrist, fehlt beim Weißwein hingegen jede natürliche Beiß- oder besser Trinkhemmung gegenüber jungen, unschuldigen und vor allem hilflosen Geschöpfen. Insbesondere bei uns in Österreich werden Jahr für Jahr die besten heimischen weißen Kresenzen zum scheinbar frühestmöglichen Zeitpunkt gnadenlos in gierige Mäuler geschüttet. Kaum am Markt, schon ausgetrunken. So als ob die Jahrgangsangabe ein Ablaufdatum angeben würde.

Nun steht es natürlich jedem frei, wann er welchen Wein genießt. Es ist jedoch – zumindest in vielen Fällen – einfach nicht clever. Denn sind Säure, Struktur, Frucht und Alkohol gegeben, besitzt der Wein fast alle Voraussetzungen, um mit ein paar Jahren mehr am önologischen Buckel besser zu schmecken. Dies mag in großem Ausmaß Geschmackssache sein. Es sollte jedoch jedem, der grundsätzlich Weißweine ab einer gewissen Güteklasse, z.B. Wachauer Smaragde, schätzt, bewusst sein, dass ihm etwas entgeht, wenn er zu früh diese wunderbaren Grünen Veltliner und Rieslinge killt.

Jemand der von vorhinein leichte und spritzige Weine bevorzugt, braucht sich nichts zur Seite legen. Alle anderen sollten ihren Weinen etwas Zeit geben. Es zahlt sich aus.

Anmerkung der Redaktion: in dieser Rubrik werdet Ihr ab sofort “Weinblicke” von Patrick Minar, einem anspruchsvollen Hobby-Genießer, erhalten. Wir wollen damit Interesse, Neugierde und Lust am Weingenuss wecken, aber keine weinakademische Diskussion führen. Viel Vergnügen mit dieser Rubrik. Wenn Ihr Fragen an den Autor richten wollt, bitte einfach ein Mail an weinblicke@lokalaugenschein.com. Viel Vergnügen wünscht der Lokalaugenschein.

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Kommentare

  • Günter: Also ich muß mich jetzt lobend über dieses Lokal äußern. Wir...
  • C.K: Gegenüber der Unart der Wirtin tritt in diesem Gasthaus alle...
  • roman hammel: Ziemlich mies. Unfreundlich, ungepflegt, Essen wie im Pflege...
  • Bettina Samson: dieses Restaurant ist leider in keiner Weise zu empfehlen, v...
  • Jana: Das POS bleibt für mich mein Favorit in dieser Umgebung. Nir...

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